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E-Procurement zum Supplier Relationship Management
von Lutz Kiefer (Vorbemerkung von Armin Pulic)
In den letzten Monaten ist unsere schöne "neue" Welt erneut
um einen Begriff erweitert worden, den man mit der mysteriösen Buchstabenkombination SRM abkürzt.
SRM steht für "Supplier Relationship Management", zu Deutsch also "Lieferanten Beziehungsmanagement".
"Internet Software Hersteller verwenden den Begriff des SRM oft stark vereinfacht für internetbasierte Beschaffung.
Supplier Relationship Management unterscheidet sich aber von E-Procurement dadurch, dass es nicht nur die operativen
Geschäftsabläufe betrachtet, sondern auch strategische Beschaffungsaufgaben wie Strategieentwicklung,
Outsourcingentscheidungen, Lieferantenintegration und
Materialgruppenmanagement unterstützt." so Dr. Daniel Corsten und Joerg S.Hofstetter von der Universität St. Gallen.
Aber wie sieht nun der Weg von E-Procurement zum Supplier
Relationship Management aus?
Supply Networks als Form der elektronischen Beschaffung
Im klassischen Einkauf sind die Rollen von Einkäufer und
Lieferant klar definiert, das Verhältnis in der Regel antagonistisch geprägt. Dieses Prinzip wurde zunächst auch
bei der Entwicklung von E-Procurement-Systemen weiter verfolgt. Zweifellos werden dadurch auch neue Möglichkeiten in
der Beschaffung eröffnet, doch wird bei der Entwicklung der diversen Systeme noch fast ausschließlich durch die Brille
der einkaufenden Unternehmen geschaut, weshalb der Grundgedanke dabei immer der gleiche blieb: die Möglichkeiten des
Internet dazu nutzen, mehr Druck auf Lieferanten auszuüben und dadurch günstigere Konditionen zu erzielen. In einer
weiterentwickelten, elektronischen Zusammenarbeit von einkaufenden Unternehmen und Lieferanten liegt jedoch noch ein
gewaltiges Einsparpotenzial.
E-Procurement-Lösungen und ihre unbestreitbaren Erfolge in
vielen Bereichen gaben den Anstoß, nach weiteren Möglichkeiten
der Kostensenkung zu suchen. Mittlerweile werden diverse Szenarien entworfen, um eine Senkung von Material- und
Prozesskosten zu erzielen, denn die stetige Weiterentwicklung von E-Procurement-Systemen hat auch neue Potenziale aufgezeigt.
Diese erfordern im Unterschied zum herkömmlichen E-Procurement ein Umdenken innerhalb der Unternehmen, eröffnen den
Einkaufsabteilungen andererseits aber auch neue Gestaltungsmöglichkeiten. Eines dieser Potenziale liegt in der Zusammenarbeit im Beschaffungswesen über Unternehmensgrenzen hinweg zu
einer gemeinsamen Prozesskostensenkung und Qualitätssteigerung durch Vernetzung der beteiligten Unternehmen.
Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg
Neben dem klassischen Einkaufs-Gedanken, das beste Produkt
zum günstigsten Preis zu beschaffen, gilt es für den Einkauf auch, Aspekte zu berücksichtigen, die nicht vordergründig
monetärer Natur, für einen reibungslosen Beschaffungsprozess als Teil der Supply Chain jedoch entscheidend sind. Hierzu
gehören insbesondere Faktoren wie Zuverlässigkeit, Produktqualität und weitergehende Serviceleistungen, die sich längerfristig in Form von Kostensenkung und Kundenzufriedenheit
bezahlt machen.
Seit einigen Jahren erkennen Unternehmen diese strategische
Bedeutung ihrer Lieferanten und versuchen, Lieferantenressourcen effektiver zu nutzen. Dabei machen sie jedoch meist
die Erfahrung, dass zur effektiven Integration der Prozesse mit Lieferanten neue Ansätze vor allem im Bereich der
Kommunikationsprozesse bei der Beschaffung erforderlich sind.Eine solche Veränderung der Beschaffungsstruktur mit einem
Höchstmaß an gegenseitiger Information in den einkaufenden Unternehmen und über die Firmengrenzen hinweg mit Lieferanten,
erfordert hocheffiziente Methoden zur Bewältigung des Kommunikationsablaufes im kollaborativen Beschaffungsprozess.
So wie sich das Customer Relationship Management (CRM) auf
Kundenbeziehungen ausrichtet, gestaltet das Supplier Relationship Management (SRM) diese Beziehungen zu den
Lieferanten eines Unternehmens proaktiv über alle Geschäftsbereiche. Durch die so verbesserte Zusammenarbeit intern
und über die Firmengrenzen hinweg können Produkte besser, schneller und kosten optimiert beschafft werden.
Mit den heutigen Möglichkeiten der E-Procurement Systeme auf
Internetbasis, können Kommunikationswege von Lieferanten und Kunden neu strukturiert und zusammengesetzt werden, so
dass nicht nur Organisationen innerhalb eines Unternehmens sondern auch verschiedene, örtlich getrennte Organisationen
informationstechnisch miteinander vernetzt werden. Diese Vernetzung verbessert die Qualität des Beschaffungsprozesses
durch Kollaboration und senkt die Materialkosten im Konsens der Beteiligten beispielsweise durch besseres Verständnis der Beschaffungsinhalte.
Die Möglichkeiten des Internet erlauben im Beschaffungswesen
diesen Schritt von bilateralen Lieferantenbeziehungen zu netzwerkartigen, den sogenannten Supply
Networks.
Möglichkeiten der Kostensenkung Beschaffungsprozesse in Supply Networks
- Ermittlung des Nachfragetrends
- Die zu Beschaffungszwecken vernetzten Unternehmen informieren sich gegenseitig über geplante Beschaffung.
Das Unternehmen trifft so die Entscheidung, ob es sich der temporären Kooperation anschließt.
- Effiziente Erschließung von Zulieferquellen
- Jedes teilnehmende Unternehmen bringt seine qualifiziertesten
Lieferanten in das Supply Network mit ein, so dass ein bestmöglicher Lieferantenpool generiert wird.
- Strukturierte Beschaffung und Verarbeitung von Informationen
- Quantitative und qualitative Lieferanteninformationen werden
zur Ermittlung des optimalen Preis-/Leistungsverhältnisses miteinbezogen. Im Rahmen eines Collective Buying steigt
hier der Wert der Informationen mit der Teilnehmerzahl.
- Koordination gemeinsamer Lieferantenprozesse
- Lieferantenprozesse wie Rüstzeiten, Produktion und Logistik
können mit durchgängiger Koordinierung des Beschaffungsvorganges optimiert werden.
- Strategisches Controlling der Lieferantenbeziehung
Vor dem Hintergrund eines sich immer wieder verändernden Lieferantenumfelds können vorausschauend neue
Erfolgspotenziale erarbeitet werden.
- Konstruktives Feedback-System
[ Der Autor: Lutz Kiefer, Manager Public Relations, ONVENTIS
GmbH, www.onventis.de, ist ein Software-Hersteller und
Dienstleister auf dem Gebiet E-Procurement. Als Procurement Service Provider bietet ONVENTIS umfassende Procurement
Lösungen zur Optimierung sämtlicher B2B Beschaffungs- und Vertriebsprozesse von A-, B- und C-Gütern. ]
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