Hrsg. Armin Pulic
 

Deutsche Bibliothek ISSN 1618-5862

 
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procurementLETTER Nr. 1/2002


               p r o c u r e m e n t L E T T E R
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2. Jahrgang, Nr. 1/2002                  Deutsche Bibliothek
8. Januar 2002                                ISSN 1618-5862 


... AUS DEM INHALT DIESER AUSGABE...

(1) Rechtssicherheit im Internet-Procurement

(2) Informationsdienst für umweltverträgliche Beschaffung

(3) Umfrage des Monats: "Wie hoch ist in Ihrem Unternehmen
    ungefähr die Materialintensität (d. h. das Verhältnis
    zwischen Einkaufsvolumen und Umsatz)?"

(4) Veranstaltungstipps:
     o Vortrag: "Kann man wirtschaftlich Erfolgreich sein,
       wenn man ethisch korrekt handelt?"
     o 8. Deutsches IIR Einkaufsleiterforum 2002


 Der kostenlose procurementLETTER liefert Fachinformationen
 rund um Einkauf, Beschaffung, (E-) Procurement an derzeit
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(1) Rechtssicherheit im Internet-Procurement
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    von Sigmar Puchert

 Immer noch zeigen die Unternehmen bei der der komplexen
 Optimierung ihrer Beschaffungsvorgänge zugunsten von B2B-
 Lösungen Zurückhaltung. Obwohl durchaus erhebliche Kosten-
 einsparungspotenziale realisiert werden können, werden auf
 der einen Seite die Erst-Investitionen gescheut und auf der
 anderen Seite technische und juristische Sicherheitsbedenken
 hochgehalten. Derjenige, der beispielsweise immer noch die
 Bezahlung per Kreditkarte im Internet aus Sicherheitsgründen
 ablehnt, wird sich schwer tun, eine vollelektronische Be-
 schaffung unter Ausnutzung des Internet-Mediums in seinem
 Unternehmen einzuführen. Gleichwohl liegen bereits heute die
 Voraussetzungen vor, unter denen B2B-Beschaffungsszenarien
 sicher abgewickelt werden können. Internationale und
 nationale Gesetzgebungsinstanzen haben in diesem und im
 letzten Jahr auf Hochdruck gearbeitet und wichtige Regelungen
 erlassen. Beispielhaft seien hier die eCommerce-Richtlinie
 sowie die EU-Richtlinie zur digitalen Signatur genannt sowie
 deren nationale Umsetzung. 

 Oberstes Prinzip eines sicheren B2B-Commerce ist die Sicher-
 stellung der Vertraulichkeit der Daten - hierzu gibt es
 bereits beeindruckende Verschlüsselungs-Lösungen, die auch
 im internationalen Geschäftsverkehr einsetzbar sind. Bei
 der Implementierung von B2B-Beschaffungslösungen müssen alle
 betroffenen Abteilungen eines Unternehmens eng zusammen-
 arbeiten - insbesondere informationstechnische (IT) - und
 Finanz-Abteilungen. 

 Am Anfang steht die Analyse der zu beschaffenden Produkte
 bzw. Dienstleistungen. Sie ist Grundlage für die Ermittlung
 möglicher Einsparpotenziale. Nicht alle Güter eignen sich für
 B2B-Beschaffung; im wesentlichen dürften es diejenigen sein,
 die im Rechtsverkehr als "vertretbare Sachen" bezeichnet
 werden, die also einer Gattung zugeordnet werden können. 

 Bereits die Lieferantenauswahl im Sinne eines vorbereitenden
 Vertragsschlusses kann mit Hilfe moderner Internet-Lösungen
 wesentlich erleichtert werden: Hierzu bieten sich die ver-
 schiedenen Modelle der Internet-Auktionen an, bei denen aller-
 dings die aktuelle Rechtsprechung hinsichtlich Preisgestaltung
 bzw. Wettbewerb zu beachten ist. Langjährige Vertragspartner
 lassen sich ggf. über Extranets, das sind nur einem be-
 stimmten Personenkreis zugängliche Internet-Plattformen,
 einbinden. 

 Möchte man bereits den Vertragsschluss, insbesondere beim
 grenzüberschreitenden Internet-Verkehr, online abwickeln, so
 sind die Regelungen über die Einbeziehung von AGB, Rechts-
 wahl- und Gerichtsstandsklauseln zu beachten. Der Vertrags-
 schluss selbst ist heute online via digitale Signatur möglich.
 In Deutschland haben digital signierte Dokumente zwar immer
 noch nicht den Status einer Urkunde i. S. d. § 416 ZPO; der
 neu eingeführte Anscheinsbeweis reicht aber nach herrschender
 Auffassung zur Beweiskraft vor Gericht aus. 

 Bei der Zahlung unterscheidet man zwischen dem Internet-
 Banking und der "echten" Bezahlung im Internet: Im ersteren
 Falle dient das Internet als Kommunikationsmedium zwischen
 Internet-Kunde/Händler und seiner Bank z. B. zum Zwecke der
 Überweisung. Diese Form der Bezahlung ist dadurch gekenn-
 zeichnet, dass Sie zeitlich unabhängig von einer getätigten
 Bestellung erfolgt. Insbesondere dürften EDI-basierte An-
 wendungen hiervon profitieren. Bei der eigentlichen Zahlung
 im Internet löst die Zahlungsaufforderung des Lieferanten,
 die praktisch zeitgleich mit dem Eingang der Bestellung er-
 folgt, die entsprechende Transaktion auf der Seite des Be-
 stellers aus. Beide Banken führen dann den Zahlungsverkehr
 durch. Hier spielen nicht nur technische Sicherheitsfragen
 (HBCI, SET), sondern auch Haftungsfragen im Rahmen der
 Nutzung der verschiedenen Verfahren eine Rolle.

 Im Rahmen der elektronischen Beschaffung spielt Electronic
 Data Interchange (EDI) eine herausragende Rolle bei der
 Optimierung von Kosteneinsparungen. Ein zwischen Besteller
 und Lieferant funktionierendes EDI-System ermöglicht die voll-
 automatische Buchung in den jeweiligen Warenwirtschaftssystemen.
 Mit EDI besteht die Möglichkeit, die im Internet erzeugten
 Bestellungen in ein standardisiertes Format zu übersetzen,
 um die automatisierte Weiterverarbeitung der Daten zu er-
 möglichen. Das Problem der Kompatibilität der Systeme von
 Bestellern und Lieferanten versuchen neue Verfahren wie Web-
 EDI oder XML-EDI zu lösen. Mitentscheidend dabei ist die
 Implementierung einheitlicher Materialkatalogisierungen, z. B.
  BMEcat, um kompatible Buchungen in den Warenwirtschafts-
 systemen zu erreichen. Wer selbst nicht in der Lage ist, ein
 eigenes EDI einzuführen, kann sich durchaus eines sogenannten
 EDI-Providers bedienen; hier müssen allerdings die je-
 weiligen Vertragsbeziehungen genau auf etwaige Haftungsbe-
 schränkungen bzw. Ausschlüsse der EDI-Provider untersucht
 werden.

 Unternehmensintern führen einheitliche arbeitsrechtliche Re-
 gelungen und technisch ausgereifte Sicherheitslösungen dazu,
 dass B2B-Lösungen nicht nur im Einkauf schadensfrei abge-
 wickelt werden können: Berechtigungskonzepte, moderne 
 Authentifizierungsverfahren und ggf. Sanktionsmechanismen
 unter Einbeziehung betriebsverfassungsrechtlicher und daten-
 schutzrechtlicher Grundsätze spielen dabei eine wesentliche
 Rolle.

 [ Der Autor: Sigmar Puchert, Deutsche Telekom AG. Weitere
 detaillierte Ausführungen in "Rechtssicherheit im Internet -
 Grundlagen für Einkäufer" (ISBN 3-540-67609-0) unter
 www.procurementLETTER.de/service ]


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(2) Informationsdienst für umweltverträgliche Beschaffung 
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 Mehr Umweltschutz durch Einkauf umweltverträglicher Produkte
 und Dienstleistungen - dieses Ziel streben Bundesumwelt-
 ministerium, Umweltbundesamt und Bundesverband für Umwelt-
 beratung e. V. (bfub) gemeinsam an. Deshalb wurde im Rahmen
 einer Projektförderung eine Internetplattform für die nach-
 haltige Beschaffung entwickelt. Unter der Web-Adresse
 www.beschaffung-info.de werden Rechtsfragen, Informations-
 quellen und Produkte der umweltverträglichen Beschaffung
 ausführlich dargestellt.

 Dieser kostenfreie Informationsdienst bietet Einkäufern/-innen
 aus Behörden und Betrieben neben detaillierten Informationen
 zu relevanten Produkt- und Dienstleistungsbereichen.

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(3) Umfrage des Monats
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 Nehmen Sie aktiv an der aktuellen Umfrage teil und beant-
 worten Sie die folgende Frage:

    "Wie hoch ist in Ihrem Unternehmen ungefähr die Material-
    intensität (d. h. das Verhältnis zwischen Einkaufsvolumen
    und Umsatz)?"

 Ihr Stimme können Sie unter www.procurementLETTER.de jetzt
 anonym abgeben. 

 Das Ergebnis der letzten Umfragen finden Sie unter
 www.procurementletter.de/archiv 

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(4) Veranstaltungstipps - von procurementLETTER empfohlen: 
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    o Abendvortrag: "Kann man auch dann wirtschaftlich erfolg-
      reich sein, wenn man ethisch korrekt handelt?"
      - Referent: Prof. Dr. Johann Engelhard, Uni Bamberg
      - Termin: 19. Februar 2002, ab 18:30 Uhr
      - Ort: Nürnberg
      - Info u. Anmeldung via E-Mail: anmeldung@bme-rnm.de

    o 8. Deutsches IIR Einkaufsleiterforum 2002
      - Termin: 8. - 11. April 2002
      - Ort: Kurfürstliches Schloss zu Mainz
      - Info u. Anmeldung: www.einkaufsleiterforum.de

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Das Archiv des procurementLETTER sowie die Ergebnisse der
letzten Umfragen finden Sie unter:
      http://www.procurementLETTER.de/archiv 

Weitere Informationen zu procurementLETTER und Ihrem
Abonnement finden Sie unter:
      http://www.procurementLETTER.de/info 


Bis zur nächsten Ausgabe am 7. Februar 2002. 

Herzliche Grüsse

Ihr

Armin Pulic (Hrsg.)
www.procurementLETTER.de


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